Die Digitalisierung im Sozial- und Gesundheitswesen wird seit Jahren von wenigen großen Softwareanbietern dominiert. Deren Lösungen sind oft teuer, schwer anpassbar und an den tatsächlichen Bedürfnissen der Fachkräfte vor Ort vorbei entwickelt. Träger der Eingliederungshilfe zahlen hohe Lizenzgebühren – und bleiben trotzdem abhängig von Systemen, die sie weder mitgestalten noch frei weiterentwickeln können.
Die Kürzungen im Sozial- und Gesundheitswesen werden die Träger erheblich unter Druck setzen. Statt immer nur auf neue Vorgaben und Nachweispflichten der Behörden zu reagieren, sollten Träger ihre digitalen Werkzeuge selbst in die Hand nehmen – und damit Dokumentation, Berichtswesen und Verwaltung so gestalten, dass sie den eigenen Arbeitsalltägen dienen statt nur der Erfüllung externer Anforderungen.
Zeit ist bekanntlich Geld. Allein für die Dokumentation und das Verfassen von Berichten investieren Fachkräfte unzählige Stunden kostbarer Arbeitszeit – für Unterlagen, die seien wir ehrlich, kaum jemanden wirklich interessieren. Die Anforderungen an die Träger sind nicht mit echtem Interesse zu verwechseln – es geht ums Geld. Und da gibt es genug Stellschrauben, an denen wir selbst drehen können.
Mit den heutigen Mitteln – KI-gestützte Entwicklung, offene Standards, moderne Frameworks – sind wir in der Lage, Software zu bauen, die exakt auf die Bedürfnisse der Träger und der Menschen zugeschnitten ist, die diese Leistungen empfangen. Wir hatten es noch nie so einfach, unsere eigene Software-Basis zu schaffen.
Dafür braucht es aber eines: Träger und engagierte Mitarbeitende, die sich einbringen. Die bereit sind, an der Software für ihren Arbeitsalltag mitzuarbeiten, sie zu prüfen, weiterzuentwickeln – und vor allem auf die Wünsche der Kolleginnen und Kollegen einzugehen, die diese Werkzeuge täglich nutzen.